Becken - Tumororthopaedie

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Becken

Operative Therapie > Tumorendoprothetik

Tumorprothesen am Becken sind bei zwei Konstellationen denkbar. Zum einen als Ersatz der Darmbeinschaufel bei erhaltenen Hüftgelenk mit einem Metallimplantat, zum anderen als Ersatz des Hüftgelenks selbst. Auch der komplette Ersatz des Kreuzbeines mit Implantaten, wie sie z.B. in der Wirbelsäulenchirurgie üblich sind, ist möglich. Insgesamt ist die Tumorendoprothetik des Beckens, wie die gesamte Tumorchirurgie am Becken eine komplexe und deshalb den damit erfahrenen Operateur vorbehaltene Angelegenheit.

Beckenresektion mit Hüftgelenksersatz

Wird es notwendig, das Becken mit dem Hüftgelenk zu ersetzen, da der Tumor dieses mit betrifft, so ist eine geeignete Rekonstruktionsoption zu wählen. Die Tumorendoprothetik des Beckens hat in den letzten Jahren eine erhebliche Veränderung erfahren. Noch vor einigen Jahren wurde angestrebt, den kompletten Beckenschluß mit Anbindung einer solchen Tumorprothese an das vordere Becken (Schambein und/oder Sitzbein) und das hintere Becken (Os Ileum oder Sakrum) wiederherzustellen. Biomechanisch bedingt führte dies allerdings zu einer erhöhten Lockerungsrate. In der Weiterentwicklung werden nun Implantate verwandt, die nur im hinteren Becken verankert sind, oder es wird, und dies zeigt sehr vielversprechende Ergebnisse, auf Implantate ganz verzichtet. Die dabei auftretende Beinverkürzung kann unter Umständen mit einer verlängernden Tumorprothese des Femurs (Oberschenkelknochens) kompensiert werden. Biologische Optionen im Sinne der Hüftverschiebeplastik bestehen zusätzlich.

56-jähriger Mann mit Chondrosarkom (G2) des linken Beckens. Beckenteilresektion und Implantation eines großen Beckenteilersatzes mit Beckenringschluß. Bild 4 und 12 Jahre nach der OP. Gute Mobilität auch über die Jahre hinweg bei allerdings vorliegender Lockerung des Implantates am vorderen Beckenring.

Patient, 37 Jahre, Undifferenziertes Sarkom (G3), Resektion und Strahlentherapie. Eingebaut wurde hier ein deutlich kleinerer Beckenteilersatz, der nur noch im hinteren Becken verankert ist. 3 Jahre tumorfrei.

15-jährige Patientin. Ewing-Sarkom des Beckens. Chemotherapie, Resektion des Befundes, Rekonstruktion mit großem Beckenteilersatz und nachfolgender weitere Chemotherapie. Letztlich Infekt der Prothese als typische Komplikation eines großen Metallimplantates bei immungeschwächten Patienten und schlechter Weichteilsituation.

Patientin 32 Jahre, pleomorphes Sarkom G3 des Beckens, bei Entbindung diagnostiziert. Chemotherapie mit Hyperthermie, Resektion, Rekonstruktion nur der Gelenkkapsel, kein Beckenteilersatz. Gutes funktionelles Ergebnis  1 1/2 Jahre post-OP.

 
 
 
 

57-jähriger Patient mit einen Chondrosarkom des gesamten rechten Beckens. Komplette Hemipelvektomie ohne Implantat. Funktionell aufgrund von Nervenschädigungen 3 Jahre postoperativ problematisch, seitens der Hüfte jedoch nstabile Situation.

Darmbeinschaufel

Die Darmbeinschaufel bildet im hinteren Anteil das Gelenk zum Kreuzbein, das so genannte Kreuzdarmbeingelenk oder Sakroileakalgelenk. Muss dieses entfernt werden, wird man eine knöcherne Verbindung zwischen den restlichen Kreuzbein und der Beckenschaufel  z.B. durch ein Knochentransplantat anstreben. Eine Prothese bzw. eine Ersatz durch Instrumentarien, wie man sie an der Wirbelsäule verwendet,  ist möglich, die biologische Rekonstruktion jedoch sehr viel dauerhafter, aber auch aufwendiger. Bei kürzeren  Defekten ist keine Rekonstruktion notwendig.

18-jähriger Patient mit einem Osteosarkom des rechten Beckens. Tumoreinbruch in die großen Beckenvenen. CTX, Resektion unter Mitnahme eines Teils des Kreuzbeines, CTX und Strahlentherapie. Rekonstruktion mit Fibulatransplantaten. 4 Jahre postoperativ tumorfrei und gut mobil.

CT und MRT Bilder vor der Operation

55-jährige Patientin mit einem Chondrosarkom G2 des linken Beckens. Tumoreinbruch in das Ileosakralgelenk, das Becken und die Weichteile. Tumorresektion, Rekonstruktion mit Fibulatransplantaten, Strahlentherapie. 2 Jahre postoperativ tumorfrei und gut mobil.

2 Jahre postoperativ

Kreuzbeinersatz
Muss das Kreuzbein komplett oder zum großen Teil entfernt werden kommt es zum Absinken der Lendenwirbelsäule in das Becken. Die Wirbelsäule verliert Ihren Halt und rutscht solange tiefer, bis sie durch die Bandstrukturen und Muskelansätze gehalten wird. Die Patienten entwickeln einen instabilen Gang, kommen aber mit der Situation als solches meist zurecht. Zusätzlich damit verbundenen Problemen können die Stuhl- und Harninkontinez sein, da die für die Kontinenz wichtigen Nerven oft geopfert werden müssen. Ob man das Kreuzbein durch Metallimplantate mit oder ohne zusätzliche Knochentransplantate ersetzt ist nicht eindeutig zu beantworten. Hier kommt es auf den individuellen Patienten, seinen Risiken und Wünschen an.


30-jährige Patientin mit ausgedehnten malignen peripheren Nervenscheidentumor (MPNST G3) des Kreuzbeines (Sakrum). Nach Chemotherapie primär Resektion des Tumors mit dem gesamten Kreuzbein, dann Rekonstruktion mit Wadenbeintransplantaten und Instrumentation des Beckens und der Wirbelsäule.

 
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