Untere Extremität - Tumororthopaedie

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Untere Extremität

Operative Therapie > Tumorendoprothetik



Folgende Versorgungsmöglichkeiten sind standardisiert möglich:


    
• Hüftgelenksnaher Oberschenkel (proximales Femur) mit und ohne Ersatz des kompletten Hüftgelenks
    
• Oberschenkelknochen zwischen den Gelenken (diaphysäres Femur)
    
• Kniegelenksnaher Oberschenkel (distales Femur)
    
• Kompletter Oberschenkel (Komplettes Femur)
    
• Kniegelenksnaher Unterschenkel (proximale Tibia)
    
• Schienbein zwischen den Gelenken (diaphysäre Tibia)

Nicht standardisiert (und damit vorerst noch experimentell) ist der Ersatz des fußnahen Unterschenkels mit dem Sprungelenk (distale Tibia). Letztere Versorgung ist aufgrund der schlechten Weichteildeckung in dieser Region leider sehr infektanfällig.

Hüftregion

Hier muß eine Anbindung der Hüftabduktoren, der Glutealmuskulatur, an die Prothese oder an einen Anbindungsschlauch erfolgen um ein hinkendes Gangbild zu vermeiden oder zumindest abzumildern. Günstig ist es auch, wenn möglich, die Glutealmuskulatur im Verbund mit der Oberschenkelmuskulatur zu belassen. Da in der Regel Muskulatur, Sehnen und Kapselanteile entfernt werden, ist eine erhöhte Anfälligkeit für Gelenkluxationen gegeben. Auch hier kann die Verwendung eines Anbindungsschlauches als Kapselersatz sinnvoll sein. Kommt z.B. beim nicht mehr jungen Patienten eine Versorgung ohne Hüftpfannenersatz z.B. mit einer Duokopfprothese in Frage, läßt sich auch damit die Luxationsgefahr senken. Insbesondere komplette Femurprothesen mit ihrer sehr großen Weichteilablösung profitieren hiervon.

60-jähriger Patient mit großem Chondrosarkom G2 des linken proximalen Femurs. Tumorprothese (prox. Femur), normales Gangbild ein Jahr postoperativ.

 

Kompletter Femurersatz bei einem Patienten mit einen ausgedehnten Sarkom des linken Oberschenkels. Gut zu sehen die Beschichtung der Prothese mit Silber zur Reduzierung des Infektionsrisikos.


Knieregion

Kritisch am Kniegelenk ist neben der Nähe von Gefäßen und Nerven die schon anatomisch ungünstige Weichteildeckung. „Loch am Knie heilt nie“ sagten die Berliner nach dem Krieg, das gilt gerade auch heute, wenn unter einen Wunddefekt direkt eine Prothese zu liegen kommt. Plastische Maßnahmen, wie z.B. das Hochziehen eines wadenmuskels mit oder ohne Hauttransplantation sind hier sehr hilfreich. Zudem wird prothesen- und rekonstruktionsspezifisch die Kniegelenksfunktion etwas eingeschränkt sein. Manchmal ist die aktive Streckung bis zum „geraden“ Knie nicht immer machbar, die Beugung bleibt bauartbedingt auf ca. 95° limitiert. Für das normale Leben ist dies jedoch nicht relevant.

50-jähriger Patient mit einem Osteosarkom der proximalen Tibia. Tumorresektion, Implantation der Tumorprothese, Gastrocnemikusplastik, Spalthautdeckung. Funktionell sehr zufriedenstellend. Tumorfrei 7 Jahre postoperativ.

42-jährige Patientin mit einem Malignen fibrösen Histiozytom (MFH) des distalen Femurs. Resektion, Tumorprothese, funktionell sehr schönes Ergebnis. Tumorfrei 12 Jahre postoperativ.

Diaphysenprothesen
Da keine Gelenke betroffen sind, ist eine relevante Funktionseinschränkung nicht zu erwarten. Die Prothesen sollten so konstruiert sein, daß sie sicher die hohen Lasten aufnehmen können und eine ausreichende Langzeitstabilität besitzen.

 

47-jähriger Patient mit einen metastasierenden Nierenzellkarzinom. Segementresektion des diaphysären Femurs, Implantation einer diaphysären Tumorprothese. Sofort belastungstabil.

Der proximale und totale Femurersatz.
Op-Anleitung

 

Die proximale Tibiarekonstruktion
Op-Anleitung

 
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